Medientag für die 8. Klassen

Am 12.05.2022 fand im Rahmen des Medienführerscheins ein Medientag für die achte Jahrgangsstufe statt. Der Vormittag war abwechslungsreich gestaltet mit drei Modulen unter der Leitung von Sonja Schwefel, Silke Veitl und Simone Völkl. In diesen erfuhren die Schülerinnen und Schüler allerhand Wissenswertes über den Umgang mit Medien. Im ersten Modul mit einem Workshop zum Thema „Die ‚perfekte App’ kreieren und Suchtpotential erkennen“ ging es darum, Suchtfaktoren aufzuzeigen und gewinnbringende Marketingstrategien in Apps zu entlarven. Das zweite Modul behandelte Themen wie Cybermobbing, Persönlichkeitsrechte, Urheberrecht, Kostenfalle – illegale Downloads anhand der Materialien „Verklickt!“ von der Polizei.
Zum dritten Modul fanden sich die Achtklässlerinnen und Achtklässler im großen Musiksaal ein. Dort ermöglichte ihnen Kassian Stroh, Journalist bei der Süddeutschen Zeitung und selbst Absolvent des Dom-Gymnasiums, einen umfassenden Einblick in die Aufgabengebiete von Journalisten. Dass er seinen „Job“ von der Pike auf gelernt hat, war der Art und Weise seiner Darstellung deutlich anzumerken: In aktuellen und schülernahen Beispielen verdeutlichte er die Problematik von Falschnachrichten, formulierte pointiert Grundsätze seriösen Journalismus' und erläuterte sie anschließend so, dass er seine junge Zuhörerschaft nie aus dem Blick verlor.
Viel Nachdenkenswertes war dabei, das nicht nur für Journalisten von Belang ist, sondern generell für zwischenmenschliche Kommunikation: nicht einfach alles schreiben und verbreiten, was wir gehört haben, sondern anhand mindestens einer weiteren Quelle kritisch prüfen, ob die Nachricht auch stimmt; nicht einseitig schreiben, sondern auch die Gegenseite zu Wort kommen lassen; klar sagen, wenn wir etwas nicht wissen, Fehler korrigieren und das auch transparent machen.
Maximale Aufmerksamkeit bei den Schülerinnen und Schülern erreichte Kassian Stroh mit seinen Ausführungen zum Ukraine-Krieg. Eindrücklich schilderte er den herausfordernden Umgang mit Falschnachrichten für Journalisten bei täglich mehr als 12000 Meldungen, in denen das Wort Ukraine vorkommt, vor allem angesichts der Tatsache, dass die russische Regierung mit Firmen wie Internet Research Agency professionelle Desinformation in Deutschland und anderen westlichen Staaten vorwiegend über soziale Netzwerke betreibt. Die zuvor dargelegten Grundsätze seriösen Journalismus' erfuhren in diesem Kontext nochmals eine neue Plausibiltät und in den Zuhörerinnen und Zuhörern wuchs der Respekt vor der verantwortlichen Tätigkeit von Journalisten. Dass Kassian Stroh mit seinen Tipps bei den Schülerinnen und Schülern „gelandet“ war, zeigten die Fragen am Ende seiner Ausführungen trotz sechster Stunde und trotz eines an Informationsdichte kaum zu überbietenden Tagesprogramms. So wichtig und hilfreich es ist, über den Umgang mit Falschnachrichten Beiträge zu lesen, so erfährt die Auseinandersetzung damit eine Steigerung in Nachdruck und Authentizität, wenn ein Referent aus erster Hand über seinen „Job“ und die damit verbundenen Herausforderungen erzählt. Ein herzliches Dankeschön gilt daher Kassian Stroh für sein Kommen!